Rodung von Altanlagen
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Während im Keller die Weine behutsam vergären und vom Kellermeister laufend überwacht, sensorisch verkostet und analytisch untersucht werden, plant der Winzer schon für kommendes Jahr vor. Ältere Weinberge und Sorten, die vom Markt nicht mehr gefragt werden, stehen zur Rodung an und machen Neupflanzungen Platz.
Eine Rebe benötigt 3 Jahre, bis sie im Ertag steht. Für eine Neuanlage ist mit Investitionskosten zu rechnen, die 20 000 € pro Hektar übersteigen, darum muss die Planung wohl überlegt sein. Oft werden ältere Anlagen noch weiterbewirtschaftet, auch wenn die Erträge merklich zurückgehen. Denn es sind gerade ältere Reben mit ihren tiefen Wurzeln, die Trockenperioden, wie wir sie dieses Jahr hatten, gut überstehen und überdurchschnittliche Qualitäten erwarten lassen. Auch im Staatsweingut stehen momentan Rodungen an, gepflanzt werden sollen später Weißburgunder, Spätburgunder und interessante neue Rotweinsorten.
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Doch neue Sortentrends erfordern eine rechtzeitige Marktanpassung. Da man von einer durchschnittlichen Standzeit einer Rebanlage von 20 bis 30 Jahren ausgeht, ist ein Winzer gut beraten, wenn er jährlich etwa 3 bis 5 Prozent seiner Rebfläche erneuert. Gegenwärtig stehen im Arbeitsplan des Winzers also Rodemaßnahmen von Altanlagen an. Zunächst wird das einjährige Holz aus dem Drahtrahmen geschnitten und mit dem Rebenhäcksler zerkleinert. Anschließend werden die Drähte entfernt und die Pfähle herausgezogen. Diese werden entweder zu Reparaturzwecken in jüngeren Weinbergen verwendet oder zur Entsorgung gegeben. Zum Schluss werden die Rebstämme mitsamt dem Wurzelwerk herausgezogen. Sie wurden früher zum Brotbacken verwendet und dienen heute vielmals als Brennmaterial für Kachelöfen. Sie eignen sich auch hervorragend zum Grillen. Nach erfolgter Tiefenlockerung hat sich der Weinberg zum Acker verwandelt. Im Winter soll der Boden ausfrieren und bleibt liegen. In der Regel wird ein Brachejahr zwischengeschaltet, um das Feld für die Neuanlage besser vorbereiten zu können. Um der so genannten Rebenmüdigkeit entgegen zu wirken, die durch die jahrzehntelange Nutzung als Weinberg entsteht, werden eigens Begrünungspflanzen eingesät.
Für den Rebschnitt ist es momentan noch zu früh, da das Laub noch nicht gefallen ist und die Reben noch Reservestoffe tanken.
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