Gartengeräte für den Hausgarten

Das Angebot an Gartengeräten ist vielfältig. Es gibt kleine Handgeräte für Blumenkästen oder Hochbeete, andere mit langem Stiel zum Arbeiten im Stehen. Meist werden sie dauerhaft mit Holzstiel in der passenden Länge versehen. Bei Aufstecksystemen wird der jeweils benötigte Gerätevorsatz auf den Stiel gesteckt. Teleskopstiele passen sich der Situation individuell an, motorgetriebene Geräte können die Gartenarbeit erleichtern.

Was braucht man an Gartengeräten?
Gerade der Gartenanfänger ist mit der Fülle überfordert. Hier gibt es keine klare Antwort, es kommt auf den einzelnen Garten und den jeweiligen Hobbygärtner an. Ist der kleine Reihenhausgarten ein reiner Staudengarten mit Buxbaumhecke, braucht man Geräte zur Bodenbearbeitung zwischen den Stauden und eine kleine Heckenschere, aber keinen Rasenmäher. Dagegen kann man bei großen Rasenflächen schon über einen Mähroboter oder kleinen Aufsitzrasenmäher nachdenken. Auch die Ausführungen der Geräte und die Qualität variieren. Hier muss es nicht unbedingt die Luxusvariante sein, aber man sollte keinesfalls am falschen Platz sparen: Gutes Werkzeug hat seinen Preis. Es ist aber auch seinen "Preis wert", da es z.B. durch die gute ergonomische Form die Kräfte besser ausnützten lässt oder durch die scharfe Klinge das Schneiden erleichtert.

© DLR
© DLR
Beides umweltschonend: Handmäher und Mähroboter

Gartengeräte im Überblick:
Zur ersten Orientierung über die bekanntesten Geräte kann folgende Übersicht dienen:

GerätAussehenVerwendungHinweis
Geräte für Boden- und Erdarbeiten, Bodenlockerung, Bodenpflege und Unkrautbekämpfung
SpatenMeist rechteckiges Spatenblatt. In verschiedenen Ausführungen (Größe, Form) erhältlich.Umgraben, abstechen von Rasenkanten, Pflanzloch aushebenJe schwerer der Boden desto kleiner der Spaten! Größe sollte sich auch nach der eigenen Kraft richten. Auf gute Ausformung der Antrittsfläche achten! T- oder D-Griffe wählen!
GrabegabelSonderform des Spatens, Blatt meist in 4 Zinken geteilt.Umgraben (zwischen Stauden, Sträuchern), lockern ohne wenden, Ernte von WurzelgemüsenIn hartem, steinigen Boden leichteres Arbeiten als mit Spaten. Schont Wurzeln!
Bodenkralle, Gartenkralle3-4 verdrehte Zinken, querstehender Griff.Lockern ohne wenden, Zinken werden in den Boden „geschraubt“Arbeiten ohne Bücken, Stiellänge muss einstellbar bzw. passend sein! Funktioniert gut bei leichten Böden!
Bodenlüfter (Sauzahn),
Krümmer, Grubber, Kultivator
1- (Sauzahn) bis 5 schariges (Verstellkultivator) Handgerät zum Ziehen, Zinkenenden meist lanzenförmig, beim Grubber spitzOberflächliches Bodenlockern, Saatbeet vorbereitenAuf richtige Stiellänge und günstigen Winkel von Gerät zu Stiel (möglichst aufrechte Arbeitshaltung) achten!
ZiehhackeHandgerät zum Ziehen (Schnittfläche hinten) mit 8- 20 cm breitem, meist geraden Blatt, auch mit gewellten oder gezähnten BlätternJäten, oberflächliches BodenlockernGewellte und gezähnte Blätter erfassen große Unkräuter besser als Hackblätter mit gerader Schneide.
Stoßhacke (Schuffel)Ähnlich Ziehhacke, wird jedoch gestoßen (Schnittfläche vorn).JätenEher für leichte Böden geeignet.
Schlaghacke
(Karst, Weinbergshacke)
Mit unterschiedlich breitem Blatt und Stiellänge, wird hackend eingesetzt.Jäten, Bodenlockern, zerschlagen von großen ErdklumpenErfordert mehr Kraft. Eher bei schweren, grobscholligen Böden sinnvoll.
Rechen
(Harke)
In unterschiedlichen Breiten, meist aus Eisen .Zum einebnen der BeeteFür Hochbeete auch mit kurzem Stiel erhältlich.
spezielle Werkzeuge zum Pflanzen und Säen
RillenzieherKleine, verstellbare Scharen an einer Querstange. Zum Ziehen gleichmäßiger SaatrillenNur für größeren Nutzgarten sinnvoll.
Pflanz-
schaufel
(Pflanzkelle)
Schmale, vorn meist leicht spitz zulaufende Schaufel.Zum Pflanzen und UmtopfenAuf stabile Ausführung achten!
Pflanzholz Vorne zugespitzter Stab aus Holz, Metall oder Kunststoff. Zum Pflanzen kleiner Setzlinge, Blumenzwiebeln Abgewinkelter Griff ist kräfteschonender!
BlumenzwiebelpflanzerSonderform des Pflanzholzes, ca 30 cm lange, unten offene Röhre.Zum Ausheben von Pflanzlöchern für BlumenzwiebelnNur bei größeren Pflanzungen sinnvoll!
Schnittwerkzeuge
MesserIn zahlreichen Sonderformen (z.B. Okuliermesser).„Universalwerkzeug“ zum SchneidenSollte scharf sein und gut in der Hand liegen.
Garten-
schere
Kleine Handschere, in vielen Varianten und Sonderformen erhältlich.Zum Schneiden von ZweigenAuf gut gestaltete, zur eigenen Hand passende Griffe achten.
AstscherenGroße Scheren mit guter Hebelwirkung, auch als Teleskopschere.Zum Schneiden dünner ÄsteSchneidet bis 5cm Durchmesser.
Hecken-
schere
Als Handschere in Sonderformen erhältlich, Motorgeräte in unterschiedlichen Größen.Zum Schneiden von FormschnittheckenAuswahl sollte nach Bedarf und der eigenen Körperkraft entsprechend erfolgen.
SägeIn zahlreichen Formen und Ausführungen, auch mit Teleskopverlängerung.Zum Schneiden über 5cm dicker ÄsteJe nach Einsatzzweck mit geradem oder gebogenem Blatt.
Geräte für die Rasenpflege
Rasen-
mäher
Hand- oder motorbetrieben, Aufsitzmäher, Mähroboter, Sichel- oder Spindelmäher.Ökologisch sinnvoll: Mulchmäher, Rasenschnitt verbleibt vor OrtAuswahl richtet sich nach Art und Größe der Rasenfläche. Für hohes Gras (Blumenwiese) ist eine Sense oder ein Balkenmäher erforderlich!
Rasen-
schere, Rasen-
trimmer
Hand- oder Motorbetrieben.Zum Mähen von Kanten oder Ecken
VertikutiererMeist motorgetriebenes Spezialgerät.Entfernt Moos und RasenfilzFür kleine Rasenflächen genügt ein Gartenrechen!
Fächerbesen LaubrechenFächerförmig, Zwischenform von Besen und RechenZum Zusammenrechen von Rasenschnitt, Laub
Entscheidungshilfen beim Kauf:
Das Werkzeug sollte in Größe und Stabilität „stimmen“ und zu „Mann“ bzw. „Frau“ passen. Also ruhig im Geschäft das Gerät in Arbeitshaltung ausprobieren: Wie liegt die Schere beim Schneiden in der Hand, wie gerade oder gebückt stehe ich beim Hacken, wie schwer ist die Heckenschere, wenn ich in Kopfhöhe schneide? Oft ist ein anders geformter Griff, ein längerer Stiel oder ein leichteres Model eine wesentliche Verbesserung.
Gerade "Billigprodukte" sollten kritisch im Hinblick auf die Qualität überprüft werden. So ist das Anbringung und Auswechseln der Stiele oft eine Schwachstelle. Metallteile sollten aus einem Stück hergestellt sein und keine anfälligen Verbindungen aufweisen. Bei motorgetriebenen Geräten muss ein Sicherheitssiegel vorhanden sein. Auch die Länge der Garantie, die Ersatzteilbeschaffung und Reparaturmöglichkeit sind bei der Kaufentscheidung zu berücksichtigen.

Auch Gartengeräte brauchen Pflege!
Gutes Gartengerät will gepflegt werden, damit es immer einsatzbereit ist und man lange Freude daran hat:

Nach jedem Gebrauch Geräte reinigen:
  • Trockene Erdanhaftungen können trocken abgebürstet werden.
  • Von fest anhaftenden Verschmutzungen werden die Geräte mit Wasser und Bürste
gesäubert und anschließend trocken gerieben.
  • Dabei werden gleichzeitig notwendige Reparatur- und Wartungsarbeiten (Stiele befestigen, Gelenke ölen, Klinge schärfen) durchgeführt bzw. veranlasst.

Vor der Einlagerung der Geräte im Herbst
  • Entrosten mit Metallbürste oder elektrischem Schleifer.
  • Kanten und Spitzen von Schaufeln, Hacken, Gabeln, Gartenrechen etc. mit einer
Feile bearbeiten.
  • Alle Gelenke und Metallteile leicht einölen.
  • Falls notwendig Schneidegeräte wie Baum- und Astscheren, Rasenmähermesser
schärfen lassen.

Gartenausstattung- jeder fängt einmal klein an!
Gerade für Gartenanfänger ist es ratsam, sich zu Anfang eher wenige, dafür aber vielseitig einsetzbare Werkzeuge von guter Qualität anzuschaffen. Oft ist ein kleines Handgerät sinnvoll und umweltschonender als ein teures Motorgerät. Mit der Zeit entwickelt sich der Garten und auch die Erfahrung des Gärtners wächst: Jetzt kann man nach Bedarf das eine oder andere Spezialgerät dazu kaufen. Tipp: Beim Gartennachbarn sich vorab das Gerät zu einem „Praxistest“ ausleihen, dann steht selten ein „Fehlkauf“ in der Gartenhütte!
© DLR
© DLR
Ganz gleich welches Gartengerät gekauft wird: Immer auf gute Handhabung und Qualität achten!


eva.morgenstern@dlr.rlp.de     www.Gartenakademie.rlp.de drucken nach oben  zurück